EINE BESCHREIBUNG DES 28. JUNI 1914 IN BĂśCHERN VON WIDMER UND BREHM UND IHR VERGLEICH

Téma: EINE BESCHREIBUNG DES 28. JUNI 1914 IN BÜCHERN VON WIDMER UND BREHM UND IHR VERGLEICH

Předmět: Německý jazyk, Dějepis

Zaslal(a): Renáta

 

EINE BESCHREIBUNG DES 28. JUNI 1914 IN BĂśCHERN VON WIDMER UND BREHM UND IHR VERGLEICH

Katedra germanistiky, Filozofická fakulta, Univerzita Palackého v Olomouc

Seminararbeit

 

EINLEITUNG

Bruno Brehm und Ludwig Winder haben in ihren Büchern ein gemeinsames Thema bearbeitet. Es handelt sich um die Ereignisse, die zu den Ersten Weltkrieg führten, also das Attentat in Sarajevo auf Franz Ferdinand d´Este und alles, was das Attentat oder den Ausbruch des Weltkrieges irgendwie beeinflussen konnte.

In Winders  Thronfolger beginnt die Handlung bei einem jungen Mädchen Maria Annunciata, das die Mutter von Franz Ferdinand ist. Aus dieser Weise zeigt Winder den Charakter Franz, den er höchstwahrscheinlich von seiner Mutter geerbt hat. Apis und Este, das Buch von Brehm, das zu der Trilogie Die Throne stürzen gehört, beginnt im Jahr 1903 mit dem Attentat auf dem König von Serbien Alexander und seiner Frau Draga. Also schon wegen des Anfanges, ist es ziemlich klar, dass das Thema in diesen zwei Büchern anders bearbeitet wird. Jeder Autor hat eine spezifische Ansicht über die betroffenen Personen, vor allem über Franz Ferdinand und die Attentäter, aber auch über die politische Situation, die damals herrschte, oder über die Ereignisse, die dem Attentat vorausgingen.

In der Arbeit beschreibt das Hauptereignis, den 28. Juni 1914 in Sarajevo, wenn das Attentat auf den Thronfolger verĂĽbt wurde. Man konzentriert sich vor allem auf die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Personen, die sich in jedem Werk unterscheidet, damit man sie vergleichen kann und damit man dann die Motivation jedes Autors zu der Verwendung von verschiedenen Perspektiven der Figuren in einem konkreten Ereignis beschreibt.

In beiden Werken gibt es auch viele anderen Andeutungen, die die Personen charakterisieren, oder die die Sympathien der Autoren zu einer gewissen Seite entdecken. Dazu gehören zum Beispiel die Ereignisse, die von jedem Autor mehr oder weniger beschrieben werden, sowie die Art und Weise dieser Beschreibungen. Das alles wird in der Arbeit aufgenommen, um ein gemeinsames Bild zu herstellen. Es sollte zeigen, wie zwei Bearbeitungen eines historischen Ereignisses auf dem ersten Blick fast gleich wirken aber nach einem näheren Anblick werden sie mit der Ansicht der Schriftsteller sehr beeinflusst.

 

FAKTEN ĂśBER DAS ATTENTAT

Am 28. Juni 1914 kam der Thronfolger von habsburgischer Monarchie mit seiner Frau Sophie Chotek nach Sarajevo. Dieses Datum war für die Serben der Tag der Gedankenfeiern, der Tag, wenn die Schlacht auf dem Amselfeld verloren wurde. Es geht also um ein unglückliches Datum, das die Österreicher auswählten. Der 28. Juni war aber auch der Tag der Hochzeit von Franz und Sophie.

Das Ehepaar mit dem Landeschef von Bosnien Potiorek und mit dem Graf von Harrach fuhr in dem dritten Auto aus der Kolonne von sieben Fahrzeugen. Die Attentäter waren schon vorbereitet auf unterschiedlichen Stellen, um den Erzherzog zu umbringen, entweder mit einer Bombe, die sie versteckt hatten, oder mit einer Pistole. Dazu hatte jeder ein Zyankali, um sich selbst zu töten und ewig zu schweigen.

Der erste Mordversuch wurde auf der Ćumurija-Brücke verlaufen und der Attentäter sollte Čabrinović sein, der eine Bombe auf den Thronfolger warf. Das Attentat aber misslang, die Bombe prallte sich ab und fiel unter das nächste Auto, wo es explodierte und den Oberst von Merizzi verletzte. Die Fahrzeuge mit dem Ehepaar und anderen Anwesenden fuhren schnell ins Rathaus, die Polizisten in derselben Zeit fingen Čabrinović, dessen Zyankali keine Wirkung hatte.

Im Rathaus hatte der Bürgermeister eine Begrüßungsrede, die Franz Ferdinand mit einer Bemerkung über die Bombe unterbrach, weil er verärgert war. Nach der Antwort des Thronfolgers, die er aus den vom Blut schmutzigen Blättern las, hatte jeder aus dem Ehepaar ein anderes Programm.

Der Besuch wurde wegen der unerwarteten Ereignisse verändert. Der Erzherzog wollte noch den Oberst Merizzi besuchen und seine Frau Sophie sollte mitgehen. Auch der Weg wurde anders geplant, sie sollten jetzt nicht auf dem Franz-Joseph-Straße fahren, sondern den Appelkai entlang.

Als der Wagen mit dem Ehepaar zu den Appelkai ankam, bog der Fahrer nach rechts ab aber Potiorek rief, dass er falsch fährt. Im Moment, wenn der Wagen anhielt und begann zurückzufahren, erschien Gavrilo Princip, der bei Franz-Joseph-Straße stand. Mit zwei Kugeln erschoss er den Thronfolger auch mit seiner Frau Sophie Chotek. Princip wurde gelyncht, weil es ihm nicht gelang, sich selbst zu umbringen. Das Ehepaar wurde nach Konak transportiert aber keiner von ihnen überlebte.

 

DER THRONFOLGER

Im Buch von Winder beginnt das Kapitel über den Tag des Attentats mit einer kurzen Beschreibung, wie Menschen zum Festtag, Vidovdan, vor allem aus Serbien in die Hauptstadt Sarajevo kommen, um feiern zu können. Danach schildert der Autor, was am frühen Morgen geschieht, also wie vier Attentäter in einer Konditorei sich treffen. Aus der Perspektive von Danilo Ilić wird beschrieben, wie er das Verlassen des Hauses erlebte, er war nervös und zitterte, im Vergleich zu Princip, der aus seiner Sicht ruhig schien, er dachte auch an seine geliebte Mutter, mit welcher er sich trennen musste. Vor dem Abgang gab Princip Befehle, weil er die Aktion führte. Er sah selbstbewusst aus, er wusste genau, was er will und was er dazu braucht.

Nächstes Bild ist aus der Hauskapelle im Hotel Bosna, wo sich Franz Ferdinand und Sophie befanden. Es beschreibt wie sie sich erinnerten an ihre Hochzeit und die Renunziation. Die Angst von Sophie wird ziemlich gut geschildert, sie wollte beten, um sich zu beruhigen, der Thronfolger scheint im Gegensatz zu ihr ausgeglichen zu sein. Diese Angst wird in das ganze Kapitel sehr häufig eingesetzt, als ob es signalisieren sollte, dass die Angst ganz berechtigt ist, dass es wirklich ein Grund dafür gibt, warum jemand sie umbringen will.

Die Verschwörer vorbereiteten sich auf den Straßen auf die Ankunft des Erzherzogs, sie gingen vorsichtig und auch erfahren vor. Diese Vorbereitungen beschreibt Winder mit den Augen Princips, der der Chef von jungen Attentätern war und auf welchen die anderen sich verließen. Er führte einen inneren Monolog, in dem er seine Gedanken in Ordnung bringen will, deshalb überlegte er, wie er vorgehen muss und wie er eigentlich den Thronfolger umbringt. Er wirkt umsichtig und zielbewusst zu sein

Die Kolonne der Wagen näherte sich zu den Stellen, wo die Attentäter standen. Keiner von ihnen schoss nicht. Das Ehepaar machte nur ein notwendiges Lächeln, Sophie war immer voll von Angst.

Nach diesen Versagen kam an die Reihe Čabrinović, der an der Ćumurijabrücke stand und dachte, wie er den Erzherzog ganz einfach ermorde. Er wollte der einzige sein, der Franz Ferdinand umbringt, weil er sich unterschätz fühlte. Also wie er plante, warf er eine Bombe, die er als einen Apfel herauszog, gegen das Automobil, wo das Ehepaar mit Potiorek saß. Das Attentat misslang, Franz und Sophie sahen etwas, was gegen sie flog, dennoch explodierte die Bombe unter dem dritten Auto (hier ein Unterschied zwischen Realität und dem Buch, weil der Thronfolger in Wirklichkeit in dem dritten Wagen saß und nicht in dem zweiten, wie das Winder angibt), weil Franz es mit seinem Arm abstieß. Der Plan von Čabrinović war nicht ganz dumm aber es wurde mehr aus egoistischen Gründen durchgeführt als aus einer ernsthaften Idee.

Wenn die Menschen in den Wagen feststellten, was geschah, fuhren sie weiter. Zu die Ćumurijabrücke liefen auch Princip und Grabež. Als Princip erfuhr, dass Čabrinović noch am Leben ist, dachte er, er müsse ihn erschießen. Die Verhaftung des Typographs wird dann mit den Augen Princips geschildert, der Schreie von Menschen und Čabrinović hörte und auch sah, wie die Polizisten ihn fassten.

Im Rathaus sollte der Bürgermeister eine Rede halten, der aber sehr nervös wegen der Bombe war, auch der Erzherzog einen unfreundlichen Blick auf ihn warf. Der Bürgermeister führte einen inneren Monolog, in dem er um eine Hilfe bittet.

Nach der Antwort  des Erzherzogs musste sich das Thronfolgerpaar trennen, deshalb wurde Sophie traurig, weil sie Angst hatte und konnte nicht allein mit Franz sprechen. Später begann eine Debatte über den Weg aus dem Rathaus, wo jeder eine bisschen andere Meinung hatte. Sophie hat Angst und will direkt zur Bahn fahren, sagte aber nichts, weil sie Franz fürchtete. Potiorek wollte alles so organisieren, damit kein Skandal entsteht, also verschaffte er keine Sicherheitsmaßnahmen. Baron Rumerskirch hatte im Vergleich mit dem Landeschef eine andere Meinung zu dem Schutz des Erzherzogs. Er wollte die Straßen ausräumen und Militär berufen, er wusste aber, dass sie Potiorek zuhören und dachte, dass alle noch einmal in Gefahr kommen müssen. Er wurde also schon der Zweite, der eine große Angst hat. Franz Ferdinand wollte noch den Oberstleutnant Merizzi besuchen und deshalb fragte er Potiorek, ob er ihm garantieren kann, dass es schon nichts geschieht. Obwohl er keine positive Antwort bekam, entschied er auch mit Sophie ins Garnisonsspital zu fahren.

Princip nach dem Attentatsversuch ging in die Kneipe und trank Wein, obgleich er Abstinent war. Er war verstört und wütend, er dachte, dass alles verloren sei und dass er schon nicht leben könne, weil der Kern seines Lebens diese Tat ist. Er ist ein großer Idealist, der eine schöne Zukunft für sein Volk will und nichts anderes. Nach der Gedanke, dass der Thronfolger zurückfahren muss und deshalb ist noch nicht alles verdorben, beherrschte er sich wieder und dachte über die Befreiung seiner Brüder, die danach groß werden. Diese Tat ist für ihn eine „heilige Sache“, zu der er auserwählt wurde.

Nach der ErschieĂźung des Ehepaars fuhr das Auto in den Konak und Princip wollte sich umbringen mit dem Gift, das aber keine Wirkung hatte. Die Menschen schlugen ihn, zwei Jungen wollten ihn schĂĽtzen, aber wenn die Polizisten ihn gefangen nahmen, flohen sie, gleich wie Mitverschworenen.

 

APIS UND ESTE

Auch im Buch von Bruno Brehm findet man ein Kapitel, die den Tag des Attentats beschreibt. Es beginnt, gleich wie bei Winder, mit Vidovdan. Dieses Bild ist aber unterschiedlich, man benutzt die Pronomen „ihr“ und „wir“, was die Gefühle und Atmosphäre vertieft. Die Beschreibung ist lang, es gibt auch ein alter Mann, der Rede über den letzten Spaziergang des Thronfolgers und über Miloš Obilić, den Befreier.

Schon früh am Morgen war Princip auf dem Friedhof. Er versetzte die Blumen aus den Gräben, die mehrere haben, zu den Gräben ohne Blumen. Er weinte auch und nach der Beschreibung von Brehm sah er verstört aus, er dachte auch darüber nach, dass er dort in einer Weile auch liegen wird. Er wird als ein schwacher, erschrockener Junge  dargestellt, der sich nicht der Konsequenz seiner Taten gewiss ist.

Princip ging dann zu den katholischen Gräbern, wo Deutsche liegen. Er hasst sie, sie sind fremd für ihn. Seine hässlichen Gedanken über die Deutschen, sowie die Rede von einem alten Mann am Anfang schildert der Autor mit solcher Art und Weise, dass man nicht damit sympathisieren will.

Die danach kommenden Ereignisse im Buch, also die Vorbereitungen in der Konditorei und auf den Straßen, zeigen auch den Charakter und das Verhalten der Attentäter. Ilić wird zum Beispiel mit diesem Zitat beschreibt: „Seine Hände zittern, wenn er die Zigarette zum Mund führt oder die Kaffeetasse aufnimmt. Er weiß überhaupt nicht mehr, was er will.“ Nach diesen Wörtern scheint er unausgeglichen, erschrocken und wirklich nicht heroisch zu sein.

Der Nächste, dessen Benehmen beschreibt wird, ist Čabrinović, der sich schon vor der Tat als der Held fühlte. Er wollte sich noch fotografieren lassen, damit alle wissen, wie er aussah. Also er ist im Buch von Brehm als ein stolzer, eingebildeter und dummer Junge vorgestellt, was nicht einen guten Eindruck macht. Auch Princip, wenn er zum Beispiel auf die Mädchen etwas rief, wirkt als einer Adoleszent, der einfältig und nicht irgendwie weise ist.

Wenn alle Attentäter in seine Positionen zogen, suchte Grabež Princip, dem er eine Reserve machen sollte. Weil sein Suchen nicht erfolgreich war, führte er innere Monologe, die alles, was die Tat betrifft, negativ sehen. Mit den Augen von Grabež erfährt man, dass Erzherzog schon kommt aber es macht auch einen Eindruck, dass das Attentat nicht gut vorbereitet wurde und die Verschworenen verwirrt sind.

Nächste Szene, wenn die Kolonne mit dem Thronfolger zu Cumurja-Brücke kommt, wird aus der Perspektive von Ilić gezeigt. Die Positionen einiger Attentäter sind beschreibt, sowie seine, aus der er ein misslungenes Attentat beobachtete. Die Tat von Čabrinović präsentiert Ilić durch einen inneren Monolog, in dem dieses Vorgehen als eine große Dummheit aussah, dass Čabrinović wahnsinnig wurde. Also im Buch von Brehm wird dieser Mordversuch als ein erfolgloses Ereignis dargestellt, das nur Leiden den Unschuldigen brachte, und in dem die Attentäter als Unfähige auftraten.

Nach der Explosion kam Princip, um zu sehen, was geschah. Zuerst dachte er, dass Thronfolger schon tot ist, deshalb dachte er: „aber vielleicht bleibt für mich auch noch jemand übrig, den ich dem Thronfolger in die Hölle nachschicken kann.“ Es sieht so aus, dass er auch jemanden umbringen will, damit er auch sich selbst realisieren könnte. Wenn aber Princip den Erzherzog am Leben sah und stellte fest, dass Čabrinović die Bombe warf, brachte er auf. In seinen Gedanken schimpfte er auf Čabrinović, der sicher alles verrät, der unfähig war, sich selbst zu umbringen, er nannte ihn noch „Maulmacher“ und „Prahler“, weil er rief, dass er „ein serbischer Held“ ist. Er hat auch keine gute Meinung von den anderen, vor allem von Ilić und seinen Leuten. Diese Perspektive stellt also auch die Attentäter nicht gut dar, sie sind dumm und sie haben keine richtige Überzeugung davon, was sie tun.

Vor dem Rathaus herrschte eine wilde Atmosphäre, die Menschen wollten wissen, was geschah, sie drängten sich nach vorne, um etwas zu sehen. Unter den Ereignissen, die im Rathaus vorkamen, gehörte ein Monolog von Franz Ferdinand, den er mit dem Grafen Harrach führte. Er beschrieb das Attentat mit seinen Augen, wie wollte er Sophie schützen, wenn er nicht wusste, dass es eine Bombe ist und dass ihm Leid tat, dass Merizzi eigentlich anstatt ihm verletzt wurde. Er erwähnte noch, dass das Telegramm von den Kindern der Talisman war, der die beide schützten. Franz Ferdinand wird in dieser Kapitel von Brehm als ziemlich guter Mensch geschildert, der um seine Familie kümmert, sowie Sophie, deren Besuch bei den mosleminischen Frauen sehr nett war. Sie fühlte sich dort sehr angenehm und die Frauen nahmen sie als eine Herrscherin.

Die Darstellung von dem kommenden Attentat ist ziemlich umfangreich und man schildert es wirklich farblich. Man beschreibt die Atmosphäre herum des Wagens, die stürmisch war und auch das Erzherzogspaar, wenn die Beiden erschossen wurden. Diese Beschreibung ist ziemlich detailliert, die emotiv wirkt – Franz zeigt sich als der Mann, der nicht sterben will und der seine Frau wirklich liebt und das Attentat scheint als eine furchtbare Tat, die viel Blut verursachte.

Princip, der schoss, ist nach dem Attentat nicht mit seinem Namen genannt, er wurde nur als Bursche in diesem Absatz angeführt. Man hält also einen Abstand von ihm, als ob er schon keinen guten Mensch ist, sondern nur ein Mörder, der sich schämen und nicht weiter leben sollte. Die Leute schlugen ihn und stritten sich mit ihm, weil er rief, dass sie sich schämen sollten. Diese ganze Szene präsentiert Princip als einen dummen, unzurechnungsfähigen Burschen, der nur seine Wahrheit hat.

 

VERGLEICH UND SCHLUSS

Winder sowie Brehm beschreiben den gleichen Tag aber benutzen dazu andere Ausdrücke, Wörtern, Ansichten usw. Zum Beispiel von dem Verhalten und Beschreibungen der Figuren her kann man die Tendenzen jeder Autor gut abschätzen. Wenn man sich auf Gavrilo Princip konzentriert, erfährt man, dass er bei Winder irgendwie besser vorkommt. Der erste Grund dafür sind seine Gedanken, die die Tat betreffen und die in beiden Bücher mehr oder weniger erscheint. Winder sieht Princip als einen Idealisten, der nur das Wohl für Serben will und nur dafür lebt. Er denkt, dass sie ohne Menschen wie Potiorek und Franz Ferdinand besser leben werden. Er geht auch als der Kopf des Plans und seiner Beteiligten vor, was ihn wichtig und verantwortlich macht. Dagegen wirkt Princip bei Brehm wie ein Junge, der die Deutschen hasst und der sich nur irgendwie rächen will. Er zeigt sich noch kindlich, weil er etwas Großes machen möchte, ohne zu ganz genau wissen warum. Auf Čabrinović, dem sich das Attentat nicht gelang, flucht er nur und ausdrückt seinen Zorn auf den anderen,

Bei den anderen Figuren funktioniert es in gleicher Weise, sie verhalten sich und denken unterschiedlich, oder jeder Autor ein gewisses Benehmen in anderen Wörtern schildert. Das Ehepaar unterscheidet sich nur weniger, aber es macht zum Schluss einen entscheidend Eindruck. Es geht nur um ein paar Wörter oder Phrasen, die man bei den Beschreibungen ihrer Gedanken oder Verhalten benutzt. Im Buch von Winder überwiegen Ausdrücke wie: Angst, Schrecken, Zorn, verzweifelt, Feigheit, usw. oder wenn Franz Ferdinand sagte Sophie: „Aber du fährst nicht mit“, was eigentlich ein Befehl ist. Bei Brehm muten Franz und Sophie wie die guten Eltern an, die auch ruhig und arglos sind, wie es schon in dem vorigen Kapitel angedeutet wird. Sophie wird in der Szene mit den mosleminischen Frauen auch sehr nett und umgänglich geschildert, dazu haben auch die Äußerungen von den Frauen beigetragen. Auf diesen Gründen kann man die Absicht jedes Autors beobachten. Winders Thronfolger soll unsympathisch aussehen, im Vergleich zu dem Buch von Brehm, in dem er gut wirkt.

Auch bei den Attentätern findet man in jedem Buch unterschiedliche Charakterzüge oder ihre verschiedene Beschreibung. Zum Beispiel das Fotografieren von Čabrinović wird im Buch von Winder nur erwähnt aber Brehm stellte diesen Prozess ganz genau und umfangreich dar, damit Nedjo als ein dummer und hochmütiger Junge aussieht.

Diese Argumente sind aber nicht die einzige, mit denen man Sympathien oder Antipathien ausgedrückt wird. Dass Brehm mit dem deutschen Volk sympathisiert, erweist sich bei der wiederholten Verwendung von dem Ausdruck „blaue Auge“ in einem positiven Sinn. Auch das Attentat beschreibt er, im Gegensatz zu Winder, mehr tragisch. Es gibt überall viel Blut, die Menschen sind beunruhigt und verwirrt. Winder stellt diese Umstände nicht dar, er interessiert sich um das Wesen und die Folgen der Tat nur bei den Beteiligten und gibt keine Details aus der Umgebung. Das gleiche gilt auch am Anfang des Kapitels, wo Brehm die Details aus der Feier zeigt, wo auch ein empörter Mann sich befindet und die Atmosphäre anschürt.

Eine große Rolle, die die Wahrnehmung der Handlung in beiden Bücher beeinflusst, spielt die abwechselnden Perspektiven von verschieden Figuren, aus denen man die Ereignisse beobachtet. Es wird schon erwähnt, wessen Perspektive wird in den verschiedenen Situationen gebraucht, deshalb kann man sagen, dass die Perspektiven unterscheidet sich. Bei Brehm ist bezeichnend, dass er mehr indirekte Perspektive benutzt, also die, die die Handlung nicht betrifft. Ein überzeugendes Beispiel dafür ist das misslungene Attentat, das Čabrinović verübte. Winder beschreibt es mit den Augen des Attentäters, dagegen verwendet Brehm eine andere Figur, die in der Umgebung steht. Es geht um Ilić, dessen Perspektive anders wirkt als die direkte von Čabrinović, weil er eigentlich nicht in den Kopf des Attentäters sieht. Aus seiner Sicht ist das ganze Vorgehen, das er sieht, eine große, kopflose Dummheit. Im Vergleich zu Winder, dessen Čabrinović alles absichtlich machte.

Im Buch Apis und Este gibt es auch eine relativ unwichtige Szene aus der Perspektive von Grabež. Man erfährt eigentlich nichts Wichtiges aber es hinterlässt in dem Leser einen Eindruck, dass die Attentäter verwirrt und ratlos sind. Winder benutzte eine andere Figur für die Verstärkung des Eindrucks, den Baron Rumerskirch, der so eine Angst hat wie Sophie. Das deutet an, dass es eine Gefahr wirklich potentiell ist und dass man vorsichtig sein sollte.

Es gibt ein Ereignis in den beiden Büchern, das man aus der gleichen Perspektive sieht. Es handelt sich um den Mordversuch und die Verhaftung von Čabrinović, was Princip beobachtete. Hier findet man einen Unterschied zwischen den Ansichten von zwei gleichen Figuren, die in den verschiedenen Büchern auftreten. Winders Princip ist im Gegensatz zu Brehms ausgeglichen und objektiv, wenn er sieht, dass er Nedjo nicht erschießen kann, macht er nichts. Im zweiten Fall, also bei anderen „Princip“, ist das Benehmen anders, Princip ist mehr emotiv, er sieht aus, in einem schwachen psychischen Zustand zu sein.

 

Es wird angedeutet, dass jedes Buch die historische Ereignisse bisschen anders dargestellt. Eine Rolle spielt wahrscheinlich der Fakt, dass Brehm ein Nationalist war, der die deutsche Nation als die gute und rechte sieht, und deshalb war er in diesen Ereignissen pro-deutsch. Er schildert die Attentäter als dumme Jungen, die keine Ahnung darüber haben, was sie tun wollen. Das Attentat ist also eine schreckliche Sache, die man bedauern sollte. Das Ehepaar spielt hier die Rolle des Gutes und die Attentäter alles verderben wollen. Dagegen verfasste Winder ein Werk, das mehr objektiv ist. Er beschreibt die Ereignisse nach der Wirklichkeit ohne farbige Details. Er zerstört den habsburgischen Mythos, zu dem er kritisch ist. Die Attentäter sind eher Idealisten aber haben eine Vorstellung, was sie erreichen wollen.

 

Primärliteratur:

BREHM, Bruno. Apis und Este. 1. München: R. Piper & Co., 1931.

WINDER, Ludwig. Der Thronfolger. 1. Berlin: Rütten & Loening, 1984.

 

Sekundärliteratur:

STAHLKOPF, Timo. Die Throne stĂĽrzen – Bruno Brehms Kaiserreichtrilogie: Darstellung – Geschichtsbild – Implikationen. Dresden, 2014. Bachelorarbeit. Technische Universität Dresden.

CLARK, Christopher. Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog. 4. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013. ISBN 978-3-421-04359-7.

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